Mit 53 Jahren sein eigener Herr in der Firma
Ulrich Jensen macht mit der Selbstständigkeit einen Traum wahr und blickt mit Zuversicht in die Zukunft.
Von Andreas Braun
Bernburg/MZ - Sein Dialekt ist unverkennbar und seine raue Stimme unvergleichlich – beides gehört zu ihm – dem Bernburger, der nicht leugnen kann, wo seine Heimat ist. Bekannt ist Ulrich Jensen.
Zum einen ist er einer von den Elektrikern, die die Weltzeituhr auf dem Karlsplatz kennen, weil er sie oft genug in Gang setzte. Zum anderen ist er derjenige, der in den letzten Jahren mit auf der Piste war, wenn die Weihnachtsbeleuchtung angebracht wurde. Auch als Hobbygärtner macht er sich einen Namen.
Nun mit 53 Jahren, hat er sich einen Traum erfüllt. Ulrich Jensen ist Unternehmer. Selbstständigkeit, ohne das Netz, das wenigsten für ein bisschen Sicherheit sorgt, ein Arbeitsvertrag. „So mancher hat mir gesagt, ich bin nicht mehr zu retten. Mit 53 denken einige ans Aufhören in absehbarer Zeit. Ich wollte es noch mal wissen. Noch zehn, zwölf Jahre mein eigener Herr sein“, blickt Jensen in die Zukunft. Angst? Nein, die habe er nicht. Er kenne den Job, das Geschäft lernt er gerade.
Sicher, seine Frau zieht mit und sie hat einen guten Job, hilft bei der Rechnungsstellung. Und auf noch ein Hilfe greift er gerne zurück. „Ich lasse die ganzen geschäftlichen Abrechnungen bis hin zur Steuer von der Firma KOLDI machen.“ Eine ehemalige Kollegin ist dort beschäftigt. Die Firma in den Räumen der Indigo GmbH im Kurhaus organisiert die ganze Lohnabrechung und das Sammeln von Belegen bis hin zur Erstellung der Steuerunterlagen.
Das sei eine große Hilfe, so Jensen. Denn diese Arbeiten, die viel Zeit kosten, sind nicht so Jensens Sache. Er ist froh, dass das jemand erledigt. Was ihm noch geholfen hatte waren die Tipps vom Arbeitsamt und von der Handwerkskammer, wo er seine Qualifikationen abschloss. Er musste nicht den kompletten Meisterlehrgang ablegen. „Es gibt Sonderregelungen für Leute, die über 47 Jahre sind und eine lange Berufserfahrung haben“, so Jensen, der sich im BTZ Bernburg an der Kalistraße vorbereitete. Nun sei es an ihm, sagt er, dass es auch alles klappt. Aufträge gebe es, ausgestattet sei er gut. Schulden musste Jensen nicht machen, auch wenn er sagt, dass er nicht dachte, dass so viel Geld gleich am Anfang drauf geht.
Mitteldeutsche Zeitung Bernburg, 07.09.2011



